Gleich nach dem Ende des 2.
Weltkrieges begannen einige unentwegte Kanufahrer mit dem aktiven
Kajaksport und nahmen an Wettkämpfen teil. Sie waren damals dem VFL
Stuttgart als Kanuabteilung angeschlossen. Um ihre sportlichen
Interessen besser fördern zu können, gründeten im September 1949
sieben Sportbegeisterte den Stuttgarter Kajak- Club e. V. in einem
Nebenzimmer des Gasthofs ,,Krone” in Stuttgart-Ostheim.

Wir freuen uns, dass
wir mit Ernst Gierer, der sich bis in die achtziger Jahre aktiv am
Vereinsgeschehen beteiligt hat, noch einen der sieben Gründer in
unserem Verein haben.
Das Ziel des neuen
Vereins war eine optimale Förderung der aktiven Kanusportler. Dass
dies nicht zu hoch gesteckt war, konnte man an den sportlichen
Erfolgen deutlich sehen. Der Name StKC war dem aufmerksamen Leser
von Sportnotizen und Wettkampfergebnissen ein Begriff. Mitglieder
unseres Vereins waren bei allen wichtigen Wettkämpfen auf Landes-
und Bundesebene dabei, ja sogar im Team der Nationalmannschaft.
Die Erfolge dieser
Jahre können sich durchaus sehen lassen. Sportlerinnen und Sportler
des StKC errangen:
1
Weltmeisterschaft
2
zweite Plätze bei Weltmeisterschaften
5
deutsche Meisterschaften
3
zweite Plätze bei deutschen Meisterschaften (zwei davon gingen an
Ernst Gierer)
4
Oberrheinkreismeisterschaften
4
Jugendbeste von Württemberg
12
württembergische Meisterschaften.
Die Palette der
sportlichen Aktivitäten war breit. Sie umfaßte Wildwasser
Abfahrtsrennen, Wildwasser Slalom, Regatten und Wasserwandern.

Zu einem Club gehört
auch ein Vereinsheim. Ein Kajak-Club braucht zusätzlich ein
Bootshaus. Dies wurde bald nach der Gründung erkannt und so machte
man sich auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Ein
kriegsbeschädigtes Gebäude, das der Firma Daimler-Benz als
Bootsmotorenprüfstand diente, konnte
in 2-jähriger Bauzeit für die damaligen Zwecke hergerichtet werden.
Es gab Platz für 20 Boote und für eine kleine gemütliche
Plauschecke. Leider dauerte diese ,,Romanze” 200 m vor der
Eisenbahnbrücke Gaisburg/Untertürkheim nicht allzu lang. Diese erste
Bleibe wurde unseren Gründern um das Jahr 1952 gekündigt.
Vorübergehend fanden sie Unterschlupf beim Arbeiter- und Sportverein
Untertürkheim (heute: TB Untertürkheim). Es wurde aber weiterhin
Ausschau nach einem geeigneten Standort gehalten.
Im Jahre 1953 konnte
dann mit der Errichtung des Bootshauses am Max-Eyth-See begonnen
werden. Die Kosten für diese Baracke, die privat vorfinanziert
worden war, beliefen sich auf ungefähr 8000 DM (zum Vergleich: ein
VW Käfer kostete zu der Zeit rund 3000 DM).
Diesen ,,
Bootsschuppen” werden noch die meisten unserer Mitglieder in
Erinnerung haben. Zwanzig Jahre diente er als Bootslager und
Clubhaus und war mit ein Grundstein für die sportlichen Erfolge des
jungen Vereines, der sich trotz seiner geringen Mitgliederzahl auch
in der Arbeit des Kanu- Verbandes Württemberg aktiv zeigte.

Mitte der sechziger
Jahre ebbte das Interesse am Wettkampfsport im StKC ab. Wichtige
Leistungsträger verließen den Verein in Richtung KGS und KV
Ludwigsburg. Der Verein durchlebte ein Tief, das mit der Verlagerung
der sportlichen Aktivitäten – weg vom Leistungssport, hin zum
Breitensport – überwunden werden konnte. Flusswandern und
Wildwasserfahren waren die Zauberworte, die dem Verein ein neues
Gesicht gaben.
Ein neues Gesicht
sollte Anfang der siebziger Jahre auch der Max-Eyth-See nach dem
Willen der Stadt Stuttgart erhalten. Und wieder wurde uns unser
Domizil gekündigt. Die erstklassige Lage weckte Begehrlichkeiten bei
anderen Vereinen. Dank des unermüdlichen Einsatzes der damaligen
Vorstandsmitglieder blieb uns der Platz am See erhalten.
Finanzieller
Grundstein für die heutige Clubanlage war der Erlös des
Bootsanhängers (ein High-Tech-Gerät für die damalige Zeit: geprüft
für Tempo 120 dank solider Handarbeit). Sparsamkeit und Weitsicht
und der gemeinsame Wille, etwas Neues, Schönes zu schaffen, mündete
dann 1972 in die Baugenehmigung der Stadt Stuttgart für das heutige
Club- und Bootshaus.

Bis die neuen
Clubräume fertiggestellt waren, fanden wir für die Clubabende eine
herzliche Aufnahme bei unserem Nachbarn, der DLRG. In vielen Stunden
und mit großen finanziellen Opfern konnten unsere Mitglieder die
Anlage so erstellen, wie wir sie heute vorfinden.
Der StKC hatte seine
sportlichen Aktivitäten vom Leistungssport auf den Breitensport
verlagert. Flußwandern, mit und ohne Familie, und das
Wildwasserfahren erfreuten sich eines regen Zuspruchs. Über Jahre
hinweg belegte der StKC Plätze unter den ersten Zehn der
Wanderwettbewerbe des Kanu-Verbandes Württemberg.
Mitte der achtziger
Jahre zeigte sich, dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr
ausreichten. Der kontinuierliche Zuwachs an Mitgliedern und der
steigende Bedarf an Bootslagerplätzen sowie der Kauf eines
Zehnerkanadiers ließen den Wunsch nach einer Erweiterung der
Clubanlage wachsen.
Obwohl der
ursprüngliche Bauplan eine Erweiterung der Bootsgaragen und einen
Anbau am Clubhaus vorsah, konnte dies nicht so einfach in Angriff
genommen werden. Neuere Vorschriften im Bereich des
Naturschutzgebietes rund um den Max- Eyth- See erschwerten die
Durchführung des Bauvorhabens. Nach langwierigen Verhandlungen und
Dank der Unterstützung durch das Sportamt war es 1994 endlich so
weit. Der Anbau von drei Bootsgaragen konnte offiziell in Benutzung
genommen werden. Er bietet Platz für unser ”Zehnerle”, die
Vereinsboote, eine kleine Werkstatt und noch Bootslager für
Vereinsmitglieder.
Zur Intensivierung
der Jugendarbeit beteiligt sich der StKC seit Mitte der neunziger
Jahre wieder am Wettkampfsport. Die zu diesem Zweck erstandenen
Rennboote werden auch von älteren Mitgliedern zu Trainingszwecken
genutzt. Und erste Erfolge haben sich auch schon eingestellt: Ein 1.
Platz bei den Württembergischen Schülermeisterschaften 1998 im K 2
ist zu vermelden. Der StKC lebt!