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Den
Anstoß gab ein Titelbild des Kanu-Sport. ”Diese griechische Schlucht –
da müssen wir hin!” Im Mai 1985 wurde der Traum Wirklichkeit. Über den
Autoput ging’s Richtung Hellas. Obwohl einige Kanuten Griechenland
bereits erkundet hatten, wies der Flußführer etliche Fehler und
Übertreibungen auf. Keineswegs übertrieben war der Hinweis auf
phantastische Gebirgslandschaften und unverbaute Flußläufe. Drei Tage
paddelten wir auf dem Aspropothamos durch enge Schluchten und breite
Täler. Ein nächtliches Gewitter lieferte ein grandioses Schauspiel,
das wir, ohne Zelt, so richtig genießen konnten. Schnell trockneten
die Schlafsäcke im Sonnenschein des folgenden Tages. Drei weitere Tage
trampten wir zurück zum Auto. Leider ist dieser Fluß durch neue
Stauseen weiter verbaut worden.
Eine 2-Tagesfahrt
auf dem Arachthos bot auf überwiegend einfachem Wildwasser bis maximal
III grandiose Schluchten und endete, wie könnte es anders sein, im
Stausee.
Drei Tage konnten
wir unverbautes Wildwasser auf dem Aliakmon im Norden des Landes
paddeln. Die Schwierigkeiten dieses Flusses wurden allerdings
übertrieben hoch angesetzt. Wo wir Wildwasser bis III erwarteten, ging
es teilweise auf Zahmwasser dahin.
Die
viermonatige Heimfahrt führte uns von Fluß zu Fluß durch Jugoslawien.
Auch hier war der damalige Flußführer von der Wirklichkeit eingeholt
worden. Die ”hoch über der Schlucht verlaufende Straße” führte entlang
des Stausees, in dem die schönsten Abschnitte der Neretva ertrunken
waren. Beeindruckend dagegen die Moraca, die, obwohl nahe der Straße,
in einer abgeschlossen kleinen Schlucht mit Zwangspassage 41 km
Wildwasser bot. Weitere Klassiker schlossen sich an. Die
Taraschlucht-Befahrung sollte mit DM 45,— pro Person und Tag bezahlt
werden, daher paddelten wir nur den Oberlauf, denn das Land bot eine
nahezu unübersehbare Vielfalt an Möglichkeiten. Die Fahrtenbücher
wurden komplettiert durch Lim und Drina, Vrbas, Unac und Una, Korana
bis hin zur Soca, um nur diegrößeren Flüsse zu nennen. Alles in allem
haben uns die Fahrten so beeindruckt, daß aus den Erlebnissen ein
Flußführer entstand, der für die Paddelziele in Griechenland und
Jugoslawien werben sollte. Ein noch unbekannteres Ziel hieß
Albanien...
Es war damals schon
abzusehen, daß weitere Stauseen ”unsere” Flüsse zerstören würden, aber
daß schließlich die Politik in Europa Anfang der neunziger Jahre solch
eine Rundreise unmöglich machen würde, darauf hätten wir nicht
gewettet.
Ist doch was dran,
an der ”guten, alten Zeit?”
Werner Hinz
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