20.05. Mittwoch:
Clubabend
des Stuttgarter Kajak- Club am Max-Eyth-See. Lange Gesichter am Tisch
der “Mainfahrer” einen Tag vor Reisebeginn. Zwei Mitpaddler im Zehner-
Canadier hatten kurzfristig abgesagt und sozusagen eine Lücke
hinterlassen.
Da kam jemand auf die Idee: “Anton, komm doch du mit!” Spontan sagte ich
zu, doch zu Hause in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begann ich an
meiner Entscheidung zu zweifeln. Nach jahrzehntelanger Campingpause war
meine Ausrüstung - milde gesagt - im Eimer. Ein Zelt konnte ich mir
schließlich noch ausborgen, die anderen Gegenstände mußten eben
”durchhalten”.
Wunderbar war, daß der Maggi Kochstudio Kochclub “Die Breiverderber” für
die ganze Truppe kochte, so hatte ich mich um Vorräte und Kochgeschirr
nicht zu kümmern.
21.05. Donnerstag:
Die Reise begann in Feuerbach bei
Heiner, der mich und mein Gepäck in seinem Auto mitnahm. Gemeinsam
fuhren wir nach Bamberg zum Campingplatz “Insel”, der für einige Tage
unsere Residenz darstellte.
22.05. Freitag:
Den ersten Morgen verbrachten wir
damit uns einzupaddeln, das bedeutet eine strenge Sitzordnung wurde
festgelegt, das Gewicht austariert und das gemeinsame Paddeln geübt. Mir
hatte man den verantwortungsvollen, aber auch feuchten Posten des
Schlagmannes zugeteilt. Mittags sind wir dann schon nach Bamberg
gepaddelt, zuerst ein Stück auf der Regnitz und dann weiter auf dem
Main.
23.05. Samstag:
Heute
wurden wir schwer herausgefordert, der Baunbach wartete auf uns! Erst
schlugen wir eine Schneise durch den schier undurchdringlichen Urwald
des Ufers, schließlich paddelten wir etwa 100 m auf dem Bach, der gerade
noch Platz für den langen Canadier bot (Vergleich: Titanicfahrt in der
Badewanne), dann aber glücklicherweise in den Main mündete, der eine
bequemere Fahrt ermöglichte.
Am Abend wurden wir mit Pauken, Trompeten und Freibier von der Kapelle
Bug überrascht.
24.05. Sonntag:
Fahrt auf der Regnitz und dem Main
25.05. Montag:
Vom Camping “Insel” aus fuhren wir
heute nach Bamberg und dort spazierten wir durch die schöne Stadt.
Besonders hatte es allen eine Wehranlage mit Steilabfall inmitten der
Stadt angetan, und man beschloß sodann auch am späten Abend, in guter
Stimmung und bei einem guten Tropfen aus Hopfen: “Da fahren wir runter!”
In Gedanken an meine “führende Position” im Canadier begab ich mich
fröstelnd und noch recht früh am Abend in meinen antiquarischen
Schlafsack. Nach dem Einschlafen begann ich ein Rauschen zu hören, das
immer lauter wurde und schließlich in einem Getöse endete. Plötzlich sah
ich mich in Bamberg in der Wehranlage und wir fuhren in unserem Zehnerle
den Steilabfall hinab, bis mir das Wasser bis zum Halse stand. Ich
schaute auf und sah Bodo, den Steuermann, engelsgleich über mir
schweben. Vor Schreck wachte ich auf, jetzt nicht mehr frierend, eher
schwitzend.
26.05.
Dienstag:
Neue Residenz: Camping “Schiefer Turm”
in Kitzingen, von hier aus starteten wir mehrere Mainfahrten.
27.05. Mittwoch:
Fahrt von Gerlachhausen bis Kitzingen
etwa 15 km.
28.05. Donnerstag:
Ochsenhausen: dort vermuteten wir, daß
uns das bayrische Fernsehen empfing, dies war aber ein Trugschluß, sie
waren wegen der Stadtkapelle gekommen.
29.05.Freitag:
Heute paddelten wir die Mainschleife,
besuchten die schöne Gaststätte “Zum Anker”, und Peter und Heiner
machten das Schleuserpatent für Sportboote.
30.05. Samstag:
“Kulturtag”: Wir fuhren nach
Mönchsondheim und besuchten eine Kirchenburg. Glück hatten wir mit der
Wahl des Tages, denn draußen regnete es in Strömen, eine Bootsfahrt wäre
also gar nicht lustig gewesen.
31.05. Sonntag:
Zum Abschluß stiegen wir noch einmal
in unser Zehnerle und fuhren gemeinsam die Mainschleife.
Fazit meiner Reise:
Die Kochkünste von Bodo und den “Breiverderbern”, die Harmonie der
Gruppe und letztendlich der Main waren eine Reise wert. Auf die nächste
gemeinsame Reise freue ich mich schon heute.
Anton Heß